Posts by sig

    Dr. Hilmar Grabow von der Uni Kiel schrieb Folgendes:


    "Hallo Pro Fans Union,
    ich bin seit vielen Jahren als Zuschauer, Spieler und zeitweise auch als Trainer dem Fußball verbunden. Außerdem bin ich Forscher im Gebiet der Sozialpsychologie. Was liegt näher, als diese beiden Interessen zu verbinden? Genau deshalb wende ich mich an Sie:
    Seit kurzem läuft eine meiner online-Studien im Bereich Fußball, genauer gesagt zu den Rahmenbedingungen des Wettbewerbs (z. B. Anstoßzeiten, Investoren, ...). Ich würde mich sehr freuen, wenn sich viele Interessierte an dieser Studie


    www.footballsurvey.de


    beteiligen.
    Darum bin ich dankbar für die Streuung des Links unter allen an Pro Fans Beteiligten, Freunden, Verwandten, Bekannten, ... einfach allen, die sich für Fußball interessieren!
    Falls Fragen zur Studie aufkommen, beantworte ich sie gerne. Im voraus schon vielen Dank für die Unterstützung!
    Herzliche Grüße aus Kiel
    Hilmar Grabow"


    Nach meinem Check ist das völlig seriös und vom Datenschutz her unbedenklich und transparent, so dass es schön wäre, wenn sich einige beteiligten.

    ProFans unterstützt die Forderung nach Schaffung von unabhängigen Polizeibeschwerdestellen



    Der am 17.09. 2019 vom Lehrstuhl für Kriminologie der Ruhr-Universität Bochum vorgestellte Zwischenbericht zu dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Forschungsprojekt “Körperverletzung im Amt durch Polizeibeamt*innen” (https://kviapol.rub.de) wirft ein Schlaglicht auf das Dunkelfeld unverhältnismäßiger polizeilicher Gewaltanwendungen, wie es von Bürgerrechtsorganisationen ebenso wie von Fußballfans seit vielen Jahren beklagt wird.


    In nahezu allen Fällen bleiben rechtswidrige Gewaltdelikte Polizeiangehöriger im Amt ungeahndet. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes liegt die Anklagequote allgemein und insbesondere bei vorsätzlicher Körperverletzung bei über 20 Prozent, während nur 2 Prozent der Fälle mutmaßlicher rechtswidriger Polizeigewalt zur Anklage gebracht werden. ProFans-Sprecher Jörn Jacobs legt die offensichtlichen Ursachen dar: “Gründe dafür liegen im Korpsgeist innerhalb der Polizei, in der Unterschlagung von Beweismitteln und in sehr vielen Fällen in der Schwierigkeit, die Täter zu identifizieren. Außerdem setzt man sich mit einer Anzeige der realen Gefahr einer zum Zwecke der Einschüchterung erfolgenden Gegenanzeige aus.” So ist es kein Wunder, wenn der Studie nach 86 Prozent der Fälle rechtswidriger Polizeigewalt gar nicht erst angezeigt werden.


    Die reflexartige Diskreditierung der wissenschaftlichen Studie vonseiten der Polizeigewerkschaften zeigt das Unvermögen, sich mit dem Problem auseinanderzusetzen und Fehler aus den eigenen Reihen überhaupt wahrnehmen zu wollen. Wie sollen in diesem Klima erfolgreiche Ermittlungen geführt werden, wenn diese der Polizei selbst obliegen? Das fragen sich nicht nur Fußballfans. Unabhängige Polizeibeschwerdestellen als Ansprechpartner für Betroffene und mit eigenen Ermittlungsbefugnissen, wie sie in Ländern wie Dänemark, Belgien oder England bereits existieren, können dazu beitragen, dass Polizeieinsätze nicht zu rechtsfreien Gewaltorgien eskalieren.


    “Das Gewaltmonopol des Staates, welches auszuüben gewiss nicht immer leicht ist, hat seine Rechtfertigung nur durch eine strikte Bindung an das Prinzip der Verhältnismäßigkeit, an Recht und Gesetz. Nur wenn dem Geltung verschafft wird, wird sich das in Teilen der Gesellschaft katastrophal zerstörte Vertrauen in die Polizei und der Respekt vor deren Arbeit wiederherstellen lassen”, mahnt Sig Zelt von ProFans.


    Das Fanbündnis begrüßt nachdrücklich die Petition “Für die Einrichtung von unabhängigen Polizeibeschwerdestellen auf Landes- und Bundesebene” und ruft die Mitglieder der angeschlossenen Gruppen und alle anderen Fußballfans dazu auf, mit ihrer Mitzeichnung dieses wichtige Anliegen zu unterstützen: https://www.change.org/p/für-die-einrichtung-von-unabhängigen-polizeibeschwerdestellen-auf-landes-und-bundesebene


    ProFans, im September 2019

    Absolut, so ist es. Vor allem wird durch "Konsumenten" mehr Geld generiert als durch aktive Fans, soziale Integration etc.. Deshalb sollten wir uns gegen diese Entwicklung wehren, soweit und vor allem solange wir noch können.

    An der Ruhr-Uni Bochum läuft ein Forschungsprojekt zum Thema Polizeigewalt, wo insbesondere Leute, die von selbiger schon mal betroffen waren (zB Pfefferspray oder schlimmer), gebeten werden, teilzunehmen. Ich halte das für absolut seriös.


    Hier ein Zitat von der Nachricht, die mich heute erreicht hat:


    ---
    Von: Forschungsprojekt KviAPol <kviapol@rub.de> (Tobias Singelnstein, Laila Abdul-Rahman, Hannah Espín Grau und Nadine Drolshagen)
    Sehr geehrte Damen und Herren,
    an unserer Befragung zu unverhältnismäßiger Polizeigewalt in Deutschland haben bereits enorm viele Personen teilgenommen. Dies freut uns sehr und unterstreicht die große gesellschaftliche Relevanz des Themas. Wir möchten uns bereits jetzt herzlich für Ihre Unterstützung bedanken!
    Unser Online-Fragebogen ist nun noch bis zum 22. De­zember un­ter www.kviapol.­rub.de ver­füg­bar. Bis dahin gilt weiter: Je mehr Personen teilnehmen, desto größer ist die Aussagekraft der Studie.
    Für den anstehenden Endspurt können wir jetzt nochmal jede Unterstützung gebrauchen!
    ...
    Haben Sie vielen Dank für Ihre erneute Mithilfe!
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    Nicht das geldscheißende Teufelchen?


    Und dabei hatten wir bei Union doch noch nie eine Kurve. (Von dem einen Aufstiegsjahr und zwei EC-Spielen reden wir mal nicht.) Oder hatte der KWO-Sportplatz eine Laufbahn? Verdammt, ich kann mich nicht mehr so genau daran erinnern...

    Kurzzeitig waren die Vorschläge ein heißes Thema in den Medien - im Tenor als nett, aber unrealistisch abgetan - aber ich habe den Eindruck, dass sie in der DFL durchaus eine deutliche Rolle spielen, als Diskussionsgrundlage, als die sie ja auch gedacht sind.


    Leider haben sich die Medien einhellig nur auf die (streitbaren) Vorschläge zur These a) geworfen, nicht aber zu der (für mich) viel wichtigeren These B.


    Was a) betrifft, sind einige Kröten dabei, die wir etwa bei ProFans eher ablehnen, genau wie von @SITO bemerkt. Allerdings muss man bei solchen Dingen schon genauer hinsehen. 4 Spiele mehr im Jahr sind Mist, wenn es dann etwa keine Winterpause mehr gibt und zwei zusätzliche englische Wochen. Auf der anderen Seite frage ich mich seit Jahren, warum die Bundesliga Mitte Mai aufhört zu spielen, gerade wenn die witterungsmäßig schönste Fußballzeit ansteht. Klar muss man dann in WM/EM-Jahren sehen, wie man das unter einen Hut kriegt, aber warum sollte es nicht vier Wochen länger gehen im Frühjahr?


    PlayOffs finde ich persönlich nicht gut, andererseits könnte man es mal testen, mit vier Mannschaften. Der Gerechtigkeit wegen müssten es dann aber 6 Spiele für jeden sein, was wiederum terminlich nach der - dann schon längeren - Saison schwierig sein dürfte.


    3. Liga zur DFL - bin ich sofort dafür, denn weder von der Vereinsorganisation noch von den Fans her ist die 3. Liga Amateurfußball.


    Wettbewerbsförderung - ebenso. Nur ein durchlässiges System ist spannend und attraktiv.


    Schiedsrichter und der ganze Quatsch mit Videobeweis - ist aus meiner Sicht überbewertet. Es gab immer Fehlentscheidungen und wird immer welche geben, und auch das gehört dazu. Fußball ist eben keine sterile, wohldefinierte Wissenschaft. Sportgerichtsbarkeit würde bei der DFL richtig privatisiert - eigentlich zweifelhaft, aber leider hat der DFB sich im Laufe der Zeit immer mehr selbst disqualifiziert, was das betrifft.


    Klar ist, damit wäre der DFB so gut wie raus, was Liag 1 - 3 betrifft. Nun ist die DFL die Gemeinschaft der ihr angehörenden Vereine. Das gibt uns Fans die Möglichkeit, unseren Einfluss eben über die Vereine viel stärker geltend zu machen. Nur ist es dann eben auch wirklich Sache der Fanszenen, das in ihren eigenen Standorten zu tun!


    Ich könnte einen zusätzlichen Spieltermin am Samstagabend herzlich begrüßen - wenn dafür der Montag wegfiele. Aber wir haben gesehen, wie die Vereine dazu abgestimmt haben vor ein paar Tagen...


    Aber wie gesagt: Das sind die Dinge, über die man diskutieren kann. Wichtiger aber ist der ganze Komplex B, und darin kann ich den "Kurswechsel"-Papier einfach nur zustimmen.



    (Jetzt muss ich schon zum dritten Mal, während ich das schreibe, die Cookies auf dieser Seite akzeptieren - so ein Quatsch...)

    Vor einer Woche gab es eine viel beachtete Erklärung des 1. FCU zur künftigen Verbandspolitik der DFL. Ich persönlich habe dieses Statement auch als Aufforderung verstanden, innerhalb unserer Fanszene den Kurs und die Standpunkte der Vereinsführung zu diskutieren, und ich denke, das sollten wir hier im VIRUS auch tun. Deshalb möchte ich dazu mal an dieser Stelle einen Thread eröffnen: Wie denkt Ihr über diese Dinge? Ich will mich selbst auch nicht in Schweigen hüllen und werde mich zeitnah auch äußern. Allerdings hoffe und denke ich, dass es noch mehr "Viren" gibt, denen solche Grundsatzfragen nicht am Hinterteil vorbei gehen. ;)

    Es gibt einen (soweit ich verstehe, rechtskräftigen) Entscheid des OLG Braunschweig in einer nicht untypischen Angelegenheit. Nachdem die Polizei eine Meldung bekommen hatte, dass eine oder mehrere Personen aus einem Bus mit Werder-Fans auf der Fahrt nach Wolfsburg an einer Raststätte Tags hinterlassen hatten, wurde der Bus angehalten, durchsucht, sämtliche Personalien festgestellt und anschließend mit allen Insassen zwangsweise nach Bremen zurückgeführt. Gegen die letztere freiheitsentziehende Maßnahme hat einer davon mit Unterstützung des Fanrechtefonds erfolgreich geklagt.


    Bemerkung dazu: In Bayern (+ NRW) könnte die gleiche Klage nach deren neuen Polizeigesetz/en evtl. erfolglos bleiben - soweit nicht die Verfassungswidrigkeit der Ausweitung der Polizeibefugnisse festgestellt wird.


    Hier die PM des Fanrechtefonds:


    Ingewahrsamnahme von Werder-Fans durch die Polizei war rechtswidrig


    Oberlandesgericht Braunschweig gibt der Beschwerde eines Bremers statt, der auf dem Weg zu einem Auswärtsspiel in Wolfsburg in Gewahrsam genommen worden war


    Mit Beschluss vom 30.08.2018 (Aktenzeichen 1 W 114/17), der nun zugestellt wurde, hat das OLG Braunschweig entschieden, dass eine Ingewahrsamnahme von Werder- Fans rechtswidrig war. Die Bremer wollten am 24.02.2017 mit einem angemieteten Bus zum Auswärtsspiel in Wolfsburg reisen und waren kurz vor ihrem Ziel an der Autobahn abgefangen, stundenlang kontrolliert und schließlich – ohne das Spiel sehen zu können – zurück nach Bremen eskortiert worden.
    Begründet wurde die polizeiliche Maßnahme mit Schmierereien an einer Raststätte durch unbekannt gebliebene Täter. Man verdächtigte die Businsassen, die man zudem der Ultra- Szene zuordnete, und meinte, von ihnen allen würde daher die Gefahr künftiger Straftaten ausgehen.
    Während das Amtsgericht Wolfsburg in seinem Beschluss im Juni 2017 noch meinte, die polizeilichen Maßnahmen seien rechtmäßig gewesen, gibt das OLG dem betroffenen Fußball-Fan nun recht. Er hatte mit Unterstützung des bundesweiten Fanrechtefonds gegen den amtsgerichtlichen Beschluss Beschwerde eingelegt, über die das OLG zu entscheiden hatte. Das Oberlandesgericht erklärt sowohl die Ingewahrsamnahme als auch das von der Polizei ausgesprochene Betretungsverbot für die Stadt Wolfsburg für rechtswidrig.
    Das OLG führt in seinem Beschluss aus, dass es nicht ausreichend Anhaltspunkte dafür gab, dass die Begehung von Straftaten durch den betroffenen Fußballfan unmittelbar bevorstand. So reiche etwa die Zuordnung einer Person zur Ultra-Szene oder die gemeinsame Anreise mit Personen, die bereits polizeilich in Erscheinung getreten sind, nicht zur Begründung einer derartigen Gefahrenprognose aus. Sogar wenn man davon ausgehen könne, dass Straftaten aus einer Gruppe heraus begangen werden sollen, rechtfertige dies nicht den Gewahrsam pauschal gegen jedes Mitglied dieser Gruppe.
    Auch den zwangsweisen, von der Polizei eng begleiteten Rückweg des Werder-Fan-Busses nach Bremen wertete das OLG zu Recht als Gewahrsamnahme.
    „Das OLG stellt in seinem Beschluss klar, dass eine Sippenhaft von Fußballfans nicht zulässig ist. Das ist erfreulich und sendet hoffentlich ein deutliches Signal, denn die Fahrt nach Wolfsburg war nicht das einzige Mal, dass Werder-Fans in den letzten Jahren mit pauschalen Begründungen massenhaft in Gewahrsam genommen wurden. Außerdem zeigt der Beschluss, dass es sich durchaus lohnen kann, den Rechtsweg zu beschreiten.“ erklärt Rechtsanwältin Lea Voigt, die den Betroffenen vertritt.
    Wilko Zicht vom Fanrechtefonds betont die über den Einzelfall hinausgehende Bedeutung der OLG-Entscheidung: „Seit einigen Jahren nutzt die Polizei deutschlandweit immer öfter Bagatell-Vorfälle auf der Anreise als Vorwand, um gegen größere Gruppen von Gästefans ein Aufenthaltsverbot für den Spielort zu verhängen und sie zu zwingen, mit dem Bus oder Zug wieder nach Hause zu fahren, ohne das Spiel zu sehen. Das OLG erteilt dieser rechtswidrigen Polizeipraxis eine klare Absage. Pauschale Ingewahrsamnahmen und Aufenthaltsverbote sind unzulässig. Nach den Maßstäben des OLG sind zahlreiche ähnliche Polizeimaßnahmen der vergangenen Jahre als rechtswidrig anzusehen. Wenn Straftaten begangen werden, sind diese von der Polizei aufzuklären, aber bitte schön ohne Kollektivstrafen im Gewand der Gefahrenabwehr. Die Entscheidung des OLG ist ein Sieg des Rechtsstaats gegen eine Polizei, die meint, sich im Umgang mit Ultras nicht an die Gesetze halten zu müssen.“

    Hier die heutige Erklärung der "Fanszenen Deutschlands" im Wortlaut.
    Zur Erklärung für Unwissende, ;) die "Fanszenen" ist eine temporäre Aktionsgemeinschaft fast aller bedeutenden Ultrasgruppen (und ausschließlich derer) in Deutschland, die sich vor knapp einem Jahr gebildet hat und neben dem offiziellen Fandialog (aus dem sich ProFans wie auch BAFF nach wie vor ausgeklinkt haben) Gespräche mit den Verbänden geführt hat.



    JETZT ERST RECHT!


    Vor rund zwölf Monaten schlossen sich bundesweit die Fankurven zusammen, um sich der voranschreitenden Zerstörung des Fußballs wie wir ihn kennen entgegen zu stellen. Nachdem medial zahlreiche Versuche all jener, die sich von dieser Kampagne in die Enge getrieben fühlten, misslangen, mussten sich diese Verantwortlichen bei DFB und DFL in den kommenden Monaten an ihren öffentlichen Aussagen messen lassen.


    Die anfängliche Euphorie wich in den zwei erfolgten Standpunktgesprächen zwischen Vertretern der Fanszenen Deutschlands mit den Verantwortlichen aus DFB und DFL schnell. Viel mehr verfestigte sich abermals der Eindruck, man wolle diesen Dialog wie in den vergangenen Jahrzehnten nutzen, um mit einem medienwirksamen Gesprächsangebot und netten Worten die Taten um jeden Preis zu vermeiden.


    Eine Mitschuld an den Entwicklungen tragen in zahlreichen Fällen auch die Vereinsvertreter. Oftmals offenbarte ein Blick hinter die Kulissen, dass Vertreter der Vereine im Innenverhältnis gegenüber den eigenen Fanvertretern Verständnis und Zusagen geben, um innerhalb der Liga-/Verbandsversammlungen dann genau gegenteilig zu agieren. Auch fehlt es hier ganz klar an einer lösungsorientierten Vernetzung und Eigeninitiative. Insbesondere in der Causa um die 50+1-Regel zeigte der Vorstoß des Vertreters vom FC St. Pauli eindrucksvoll, dass es unter den Vereinsvertretern deutlich Spielraum für mehr Eigeninitiative gibt, der noch ungenutzt ist. Die Vereinsvertreter sind mitnichten die Abnicker von kommerziellen Plänen der Deutschen Fußball Liga, die allein aus Selbsterhaltungszwecken die Vermarktung der Ware Fußball vorantreiben muss. Die Vereinsvertreter sind die, die Werte und Wünsche der Basis aus Mitgliedern und Fans ihrer Vereine vertreten sollen.


    Nur wenige Tage nach dem zweiten Gespräch stellte sich heraus, dass ab der Saison 2018/2019 sogar die 3. Liga einen Montagsspieltag haben wird, was im Rahmen des Gesprächs zu keinem Zeitpunkt seitens der Verbände angebracht wurde, obwohl mit Thomas Schneider eine selbsternannte Person mit der Kernkompetenz Faninteressen vertreten war. Alleine hier hätte die Brisanz des Themas auffallen müssen. Stattdessen wurde mit einer Pilotphase für die einheitliche Behandlung von Fanutensilien ein neuer Papiertiger geschaffen, der bis heute keine Ergebnisse vorzuweisen hat. In puncto Sportsgerichtbarkeit goss der DFB seine bisher intransparenten Strafen in horrenden Höhen lediglich in Formen und manifestierte sein willkürliches Ersatzstrafrecht in einem Strafenkatalog. Auch hier kann weder von einer Verbesserung im Sinne von Vereinen und Fans keine Rede sein. Von Transparenz fehlt weiterhin jede Spur, was auch die bis heute mangelnde Aufklärung der Causa Beckenbauer in Zusammenhang mit den Sommermärchen-Millionen oder im Falle des Funktionärs Curtius sehr eindrucksvoll widerspiegelt. Die vermeintliche Neuregelung der Regionalligen wurde in einem Hauruckmanöver zu einem Glücksspiel umfunktioniert, anstatt eine klare Regelung zu finden. Wir können diese Liste Punkt für Punkt abarbeiten um letztendlich unter dem Strich festzuhalten: Dem DFB und der DFL sind sich weder dem Gegenwert dieser ausgestreckten Hand der Fanszenen Deutschlands, noch den Konsequenzen dieser mangelnden Wertschätzung der Basis in den Stadien bewusst. Stattdessen manifestierte sich viel mehr der Eindruck, dass der Fußballsport noch weiter seiner sozialen und kulturellen Wurzeln beraubt werden soll, um ihn auf dem Altar der Profitgier von den Verbänden auszunehmen.


    Aus diesem Grund sehen wir keine andere Möglichkeit, als die Gespräche mit sofortiger Wirkung zu beenden und den Protest noch engagierter als zuvor in die Stadien zu tragen. Wir sind weiterhin bis in die Haarspitzen motiviert, uns für die Grundwerte des Fußballs und gegen eine weitere Entfremdung des Fußballs durch Korruption, Gutsherrenmachenschaften und Kommerzialisierung einzutreten. Wir sehen es mehr denn je als unsere Verantwortung gegen den DFB und die DFL aufzustehen und wissen zehntausende Unterstützer in den Kurven des Landes hinter uns.


    Ihr werdet auch in dieser Saison von uns hören!


    Die Fanszenen Deutschlands im August 2018

    Tobias Duffner <vorname.name@uni-leipzig.de> hat uns geschrieben: "Die Entwicklung von Anteilseignern im deutschen Profifußball in Form von strategischen Partnern, (Finanz-) Investoren und Mäzenen rückt immer mehr in den Fokus der Vereine. Im Rahmen meines Forschungsprojektes der Universität Leipzig führe ich eine Befragung zu diesem Thema durch. Dabei interessiert mich insbesondere die Meinung der Fans."


    Der Zusammenhang dieser Fragen mit den den Fans wichtigen ideellen Werten wird immer wieder diskutiert, war aber bislang kaum Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Die im Rahmen seiner Dissertation von Herrn Duffner angestellte Befragung hat natürlich umso größere wissenschaftliche Relevanz, je größer die Stichprobe ist... sprich: je mehr sich daran beteiligen.


    Die Seriosität des Vorhabens habe ich geprüft.


    Somit empfehle ich die Beteiligung an der Umfrage. Wer Lust hat, nur voran! ^^


    Hier der Link: Umfrage Uni Leipzig


    Wer möchte, kann sich die Fragen vorab im angehängten PDF ansehen.

    Zum heutigen Urteil des BVerfG schreibt der Fanrechtefonds:


    "Ab heute hat das Anhörungsrecht bei Stadionverboten Verfassungsrang

    [...] Formal gesehen wurde die Verfassungsbeschwerde zurückgewiesen, doch das Gericht hat einige Pflöcke eingerammt, die Fußballfans in Zukunft vor unberechtigten Stadionverboten schützen können.


    Bis zuletzt hatte der DFB bestritten, dass die Vereine verpflichtet sind, betroffene Fans anzuhören und ihnen eine Begründung für das Stadionverbot mitzuteilen. Dieser Ansicht des DFB hat das Bundesverfassungsgericht eine klare Absage erteilt. Mit der heute verkündeten Entscheidung hat das Anhörungsrecht von Fußballfans in Sachen Stadionverbot ab sofort Verfassungsrang. Das ist eine gute Nachricht, denn noch immer werden viele Stadionverbote ohne vorherige Anhörung ausgesprochen und völlig unzureichend begründet.


    Die Verfassungsbeschwerde, über die das Bundesverfassungsgericht entschieden hat, war 2009 auf Initiative und mit Unterstützung des Fanrechtefonds erhoben worden. Wir hätten uns ein noch kraftvolleres Urteil gegen die zweifelhafte Stadionverbotspraxis in Deutschland vorstellen können. Es wird sich zeigen müssen, welche Auswirkungen die Entscheidung auf die Handhabung bei DFB und Vereine sowie auf die Rechtsprechung der Instanzgerichte hat. Die AG Fananwälte ist jedenfalls optimistisch, dass künftig eine willkürliche Verbannung von Fußballfans nicht mehr möglich sein wird. Verfassungsrechtler feiern die Entscheidung als 'sensationell' und 'guten Tag für die Freiheitsrechte'.


    Das Bundesverfassungsgericht wird schon selbst in Kürze zeigen können, was seine heutige Entscheidung Wert ist. Denn in Karlsruhe ist noch eine weitere Verfassungsbeschwerde des Fanrechtefonds anhängig. Sie betrifft einen Fan, der am Dortmunder Hauptbahnhof beim Diebstahl einer Tube Haargeld und eine Flasche Wasser im Wert von 4,94 € erwischt wurde und beim Fluchtversuch einen Ladendieb leicht schubste. Ob das nach Ansicht des Bundesverfassungsgerichts ausreicht, um 'eine begründete Besorgnis zu sehen, dass von diesem Fan die Gefahr künftiger Störungen' im Stadion ausgeht? Wir sind gespannt."