Kommende DFL-Beschlüsse / Statement des 1. FC Union

  • Vor einer Woche gab es eine viel beachtete Erklärung des 1. FCU zur künftigen Verbandspolitik der DFL. Ich persönlich habe dieses Statement auch als Aufforderung verstanden, innerhalb unserer Fanszene den Kurs und die Standpunkte der Vereinsführung zu diskutieren, und ich denke, das sollten wir hier im VIRUS auch tun. Deshalb möchte ich dazu mal an dieser Stelle einen Thread eröffnen: Wie denkt Ihr über diese Dinge? Ich will mich selbst auch nicht in Schweigen hüllen und werde mich zeitnah auch äußern. Allerdings hoffe und denke ich, dass es noch mehr "Viren" gibt, denen solche Grundsatzfragen nicht am Hinterteil vorbei gehen. ;)

    • Official Post

    Danke, Sig! Stand bei mir auch auf dem Zettel eine Diskussion anzustossen.
    Ich denke die Eckpunkte des Papiers sind absolut zu vertreten und wünschenswert. Wie Du gesagt hast, steht dort auch die grundsätzliche Aufforderung an die Fans sich innerhalb der Vereine mit einem Strukturwandel und Umdenken auseinanderzusetzen oder ordnen wir alles den finanziellen Interessen Einzelner unter?
    Ebenso enthält es Angebote, um finanzielle Einbußen wieder wettzumachen.
    Das Papier versteht sich als Gedankenanstoß an alle Vereine. Ob es Bestand haben wird oder in Einzelteilen eine Umsetzung findet, hängt von den Vereinen und seinen Fans im Wesentlichen ab. Die "Mitnahme" von Fans muss vorangetrieben werden. Die Ausgestaltung im Detail sind später noch weitere sehr spannende Fragen.


    Grundsätzlich bin ich dafür, dass wir als VIRUS für diesen Dialog bereitstehen und uns anbieten mitzuwirken.
    Wer immer sich dazu "berufen" fühlt, ist herzlich willkommen.

  • Hallo Viren.
    Ich Stimme dem Schreiben von unserem Verein nur bedingt zu.
    Ich bin gegen relegation Spiele . Und bin gegen Montagsspiele und englische wochen und da ist ein Aufstockung der liegen auf 20 Mannschaften kontra produktiv. Es sei den wir schaffen die Winterpause ab dann könnte vielleicht funktionieren.
    Aber ist nur meine Meinung
    Eiserner Gruss

  • Grundsätzlich war ich mal wieder erfreut, dass unser Verein mit seinen Thesen öffentlich eine Diskussion in Gang setzt und dabei viele Punkte anreißt, die im Interesse der Fanbeteiligung und -kultur liegen. Und ich hoffe, dass die Diskussion über diese Thesen unsere Vereinsgrenzen überschreitet. Schon damit hätten wir viel erreicht. Focussierung auf das Stadionerlebnis und Vertretung aller Interessengruppen in den DFL-Gremien sind da zwei wichtige Punkte, die uns vom "Betondenken" in der DFL und der Nichtberücksichtigung von Faninteressen zu Gunsten der Gewinnmaximierung abbringen könnten.


    Aus Sicht der Vereinsverantwortlichen legitim, enthält es auch Vorschläge um finanzielle Einbußen wieder wettmachen zu können. Nicht alle hier gemachten Vorschläge kann ich als Fan widerpruchslos teilen, da sie aus meiner Sicht unserer Fankultur widersprechen. Die vorgeschlagene Relegationsregelung lehne ich komplett ab. Sportlich sollte es aus meiner Sicht drei direkte Absteiger aus der oberen und dafür drei direkte Aufsteiger aus der unteren Liga geben. Die Aufstockung auf 20 Teams würde aus meiner Sicht zu noch mehr englischen Wochen führen. Wie das mit den ganzen noch geplanten Erweiterungen im internationalen Maßstab - aus Fansicht - passen soll bleibt mir schleierhaft.


    Den Vorschlag zur wettbewerbsfördernden, ligaübergreifenden, stufenlosen Verteilung der Vermarktungserlöse finde ich aus sportlicher Sicht auch sinnvoll. Zunächst würde das ja einen relativ gleichberechtigteren Wettbewerb in allen Ligen fördern. Ein Team, welches sich im nationalen Wettbewerb nicht auch dauerhaft einer ernsthaften, leistungsfähigen Konkurrenz aussetzen muss, wird im internationalen Wettbewerb nicht in der Lage sein Topniveau zu erreichen. Zum Beispiel ist es mir eigentlich Scheißegal, ob die Bayern mal wieder Champions-League-Sieger werden, denke aber schon, dass sie sich selbst diese Möglichkeit erschweren, indem sie die nationale Konkurrenz immer weiter schwächen.


    Unsere Vereinsführung fordert richtigerweise die Einbeziehung, bzw. Vertreter der Fangruppierungen in den Gremien der DFL. Dieses Ansinnen können und müssen wir unterstützen. Und deshalb erfordert es natürlich von uns Virusianern- auch wie bisher immer geschehen - dem Dialog bereitzustehen.


    Ich gebe mich aber auch keinen großen Illussionen hin, dass viele dieser Punkte innerhalb der DFL-Verein mehrheitsfähig sind. Trotzdem ist es den Versuch wert, auch nur einige sinnvolle Vorschläge durchbingen zu können, Und auch Kompromisse sind besser als garkeine Bewegung in Richtung unserer Fantinteressen!

  • Kurzzeitig waren die Vorschläge ein heißes Thema in den Medien - im Tenor als nett, aber unrealistisch abgetan - aber ich habe den Eindruck, dass sie in der DFL durchaus eine deutliche Rolle spielen, als Diskussionsgrundlage, als die sie ja auch gedacht sind.


    Leider haben sich die Medien einhellig nur auf die (streitbaren) Vorschläge zur These a) geworfen, nicht aber zu der (für mich) viel wichtigeren These B.


    Was a) betrifft, sind einige Kröten dabei, die wir etwa bei ProFans eher ablehnen, genau wie von @SITO bemerkt. Allerdings muss man bei solchen Dingen schon genauer hinsehen. 4 Spiele mehr im Jahr sind Mist, wenn es dann etwa keine Winterpause mehr gibt und zwei zusätzliche englische Wochen. Auf der anderen Seite frage ich mich seit Jahren, warum die Bundesliga Mitte Mai aufhört zu spielen, gerade wenn die witterungsmäßig schönste Fußballzeit ansteht. Klar muss man dann in WM/EM-Jahren sehen, wie man das unter einen Hut kriegt, aber warum sollte es nicht vier Wochen länger gehen im Frühjahr?


    PlayOffs finde ich persönlich nicht gut, andererseits könnte man es mal testen, mit vier Mannschaften. Der Gerechtigkeit wegen müssten es dann aber 6 Spiele für jeden sein, was wiederum terminlich nach der - dann schon längeren - Saison schwierig sein dürfte.


    3. Liga zur DFL - bin ich sofort dafür, denn weder von der Vereinsorganisation noch von den Fans her ist die 3. Liga Amateurfußball.


    Wettbewerbsförderung - ebenso. Nur ein durchlässiges System ist spannend und attraktiv.


    Schiedsrichter und der ganze Quatsch mit Videobeweis - ist aus meiner Sicht überbewertet. Es gab immer Fehlentscheidungen und wird immer welche geben, und auch das gehört dazu. Fußball ist eben keine sterile, wohldefinierte Wissenschaft. Sportgerichtsbarkeit würde bei der DFL richtig privatisiert - eigentlich zweifelhaft, aber leider hat der DFB sich im Laufe der Zeit immer mehr selbst disqualifiziert, was das betrifft.


    Klar ist, damit wäre der DFB so gut wie raus, was Liag 1 - 3 betrifft. Nun ist die DFL die Gemeinschaft der ihr angehörenden Vereine. Das gibt uns Fans die Möglichkeit, unseren Einfluss eben über die Vereine viel stärker geltend zu machen. Nur ist es dann eben auch wirklich Sache der Fanszenen, das in ihren eigenen Standorten zu tun!


    Ich könnte einen zusätzlichen Spieltermin am Samstagabend herzlich begrüßen - wenn dafür der Montag wegfiele. Aber wir haben gesehen, wie die Vereine dazu abgestimmt haben vor ein paar Tagen...


    Aber wie gesagt: Das sind die Dinge, über die man diskutieren kann. Wichtiger aber ist der ganze Komplex B, und darin kann ich den "Kurswechsel"-Papier einfach nur zustimmen.



    (Jetzt muss ich schon zum dritten Mal, während ich das schreibe, die Cookies auf dieser Seite akzeptieren - so ein Quatsch...)

  • Nicht das geldscheißende Teufelchen?


    Und dabei hatten wir bei Union doch noch nie eine Kurve. (Von dem einen Aufstiegsjahr und zwei EC-Spielen reden wir mal nicht.) Oder hatte der KWO-Sportplatz eine Laufbahn? Verdammt, ich kann mich nicht mehr so genau daran erinnern...