50+1 bleibt

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    • Schön, dass das WS gestern noch eine Fanklub-Mail schicken lies.....
      Hier der Wortlaut:

      Hallo Unioner,

      die 50+1 Regel erregt zurzeit mal wieder die Gemüter. Die DFL hat zu einer Grundsatzdebatte über 50+1 aufgerufen, der Startschuss soll am 22.03. fallen:

      https://dfl.de/de/home/dfl-mitgliederversammlung-entscheidet-am-22-m%C3%A4rz-%C3%BCber-weiteren-diskussionsprozess-zu-50-1.html

      Dieser Aufruf kommt angesichts dem erst 2014 mit 36:0 Stimmen beschlossenen Ende der damalige Debatte tatsächlich unerwartet. Das Ziel dieser Debatte scheint unklar. Einige Fanszenen haben sich daher zu einer Kampagne für den Erhalt der 50+1 Regel zusammengeschlossen. Diese möchten wir euch nicht vorenthalten. Sie wird Mitte dieser Woche unter www.50plus1bleibt.de online gehen und die Eröffnungserklärung (siehe Anhang dieser Mail) kann von jedem Fanclub, jedes Vereins, unterzeichnet werden.

      Wir möchten dazu jedoch noch ein paar weitere Worte verlieren, denn wir haben uns dazu entschlossen die Erklärung zunächst nicht zu unterschreiben. Dies obwohl wir natürlich für den Erhalt der 50+1 Regel sind. Doch tatsächlich ist eine Debatte über 50+1 aufgrund der unsicheren rechtliche Lage unbedingt notwendig. Niemand weiß was passiert, sollte es tatsächlich zu einer Klage kommen und 50+1 würde von einem Gericht für nichtig erklärt werden. Für diesen Fall gibt es bisher keinen Plan B. Daher halten wir es für kontraproduktiv die bloße Debatte über 50+1 zu verteufeln. Vielmehr wünschen wir uns ein offensiveres Vorgehen. Wir sollten die Herstellung von Rechtssicherheit einfordern. Hierfür müssen Gutachten her und eventuelle Schwachstellen der Regel ausgebessert werden. Sollte sich dabei herausstellen, dass 50+1 nicht zu retten ist, braucht es zudem den schon erwähnten Plan B. Hierfür werden wir uns in Zukunft bei den anderen Szenen stark machen.

      Kurz gesagt, die Kampagne scheint, natürlich auch aufgrund der kürze der Zeit in der Sie entstanden ist, ein wenig überstürzt und sie geht uns nicht weit genug. Die Forderung 50+1 zu erhalten ist grundsätzlich natürlich trotzdem richtig. Wir stellen es daher jedem frei die Erklärung zu unterzeichnen oder eben auch nicht.

      Eisern!

      Wuhlesyndikat 2002
    • Mein Standpunkt dazu ist: Ich habe grundsätzlich gar nichts dagegen, wenn die DFL-Versammlung ein Brainstorming veranlasste, wie die 50+1-Regel wasserdichter gemacht werden könne, zumal es gerade die Ausnahmefälle sind, die die Regel angreifbar machen. Nur scheint es aktuell leider ganz anders zu sein, denn es gibt nur einen Anlass zu dem Tagesordnungspunkt, und das ist der Unwille von Herrn Kind, sich mit der Tatsache des Scheiterns seines Antrages zu arrangieren.

      Genau daraus erwächst das Misstrauen der Fanszenen hinsichtlich der Richtung, die die Diskussion am 22. März nehmen könnte. Die von uns mitgezeichnete Erklärung mag für das WS und andere zu eng gefasst sein, letztlich aber ist es eine deutliche Demonstration des Willens großer Teile der Fanszenen, die Machtverhältnisse im Profifußball nicht noch weiter zu Gunsten von Investoren und zu Lasten der Vereine und ihrer Mitglieder zu ändern. Und ich denke, eine solche deutliche, von sehr Vielen getragene Forderung ist sehr hilfreich, denjenigen Vereinsvertretern und Leuten in der Liga den Rücken zu stärken, die dafür einstehen.

      Gäbe es in diesem Sinne etwas Besseres als 50+1, wäre ich sofort dabei. Nur leider hat es noch niemand geschafft, einen mindestens ebenso guten alternativen Vorschlag auf den Tisch zu legen.
    • Sehr geehrter Eiserner V.I.R.U.S. e.V.
      im deutschen Profifußball ist eine lebhafte Debatte um eine Neufassung der sogenannten „50 + 1-Regel“ entbrannt.
      Diese Regel beschränkt die Einflussnahme von Investoren in den Vereinen und stellt sicher, dass auch bei einer ausgelagerten Kapitalgesellschaft die Stimmenmehrheit beim Verein verbleibt.
      In Zeiten eines in dieser Dimension vorher nicht gekannten finanziellen Wettstreits im internationalen Fußballgeschäft gibt diese Regel dem deutschen Fußball ein Alleinstellungsmerkmal und sorgt dafür, dass dieser die Bindung an die Menschen, die ihn lieben, nicht verliert.
      Am 22. März 2018 werden die 36 Proficlubs im Rahmen der DFL-Mitgliederversammlung auch über dieses Thema diskutieren. Ich wende mich heute an Sie, damit Sie vorab und direkt vom Präsidium erfahren, welche Position der 1. FC Union Berlin dort vertreten wird.
      Wir halten die derzeit gültige Fassung der „50 + 1-Regel“ für grundsätzlich richtig. Angesichts der darin enthaltenen Ausnahmeregelungen ist aus unserer Sicht eine Diskussion darüber sinnvoll, wie die Regel eindeutiger gefasst werden könnte. In diesen Diskussionsprozess unter den DFL-Vereinen werden wir uns aktiv einbringen.
      Zustimmen würden wir nur einer Neufassung mit noch klareren Regeln, um den Einfluss von Investoren im deutschen Fußball zu begrenzen. Eine Lockerung der bisherigen Bestimmungen kommt für uns nicht in Betracht.
      Unabhängig davon verfolgt der 1. FC Union Berlin keine Pläne, seine Profimannschaft in eine Kapitalgesellschaft auszulagern. Wir halten es für falsch, den Fußball immer weiter von den Menschen und ihrer Mitgestaltung zu entfernen.
      Darüber hinaus möchte ich diese Gelegenheit nutzen, um einige Worte zur aktuellen Situation unseres Vereins an Sie zu richten. Wir sind im Sommer angetreten, um in dieser Saison ganz oben anzugreifen mit dem Ziel, in die Bundesliga aufzusteigen. Das ist uns nicht gelungen und das ist für uns alle enttäuschend. Erstmals seit vielen Jahren werden wir unser selbstgestecktes sportliches Ziel verfehlen. Anstatt um die Aufstiegsplätze zu spielen, stehen wir auf einem trügerischen Mittelfeldplatz.
      Wie in jedem Jahr bereiten wir uns auf alle Szenarien für die kommende Saison vor. So haben wir in der letzten Woche Lizenzanträge für die ersten drei Ligen fristgerecht eingereicht. Wir werden die entsprechenden Lizenzen erhalten und in der Lage sein, auch in der nächsten Saison eine konkurrenzfähige Mannschaft ins Rennen zu schicken. Auch das zeigt die Stärke und die Stabilität, die wir als Verein in den letzten Jahren entwickelt haben.
      Diese Stärke und Stabilität werden wir auch jetzt nutzen und in den verbleibenden sieben Saisonspielen mit aller Kraft um jeden Punkt und jeden Tabellenplatz kämpfen.
      Mit eisernen Grüßen
      Dirk Zingler
      Präsident